Archiv für März 2017

NEUES AUS DER SEEMANNSKISTE (aktualisiert 26.März 2017)

SENSE – demo cdr
sense-punk.bandcamp.com, sensepunk@gmx.de
Hier fällt es mir wirklich sehr schwer, Namendrobing herauszuhalten. Sense erinnert mich sehr stark an die alte Bremer Politkapelle Korrupt! Allerdings ist dieses kein Wunder, da sich der ehm , Sänger Smeagol den Doppelgesang mit Katja teilt. Dabei fällt Smeagols prägnante Stimme auf und auch Katja erinnert schwer an Sonjas Gesang, mit der Smeagol sich sich bei Korrupt das Mikro teilte. Auch musikalisch komme ich nicht drumherum, an Korrupt zu denken. Allerdings wird hier kein Abklatsch geboten. Ganz im Gegenteil. In Zeiten von massig langweiligen 0815 Bands schleudert mich Sense, welche sich im übrigen aus ehm. älteren Bremer Kapellen wie Sapere Aude, Chaot-x und den bereits erwähnten Korrupt zusammensetzt, frisch in eine Zeit von Wut, Hass und Selbstfindung zurück. Insgesamt sechs deutsche Polit-Songs! Rau und Kompromisslos, dennoch tanzbar wie Subhumans. In den kommenden Wochen dürfen wir diese und weitere Lieder auf schwarzem Vinyl in den Händen halten!
turbotorben

KRACHMANIFEST#1
krachmanifest@gmx.net, www.adnoctum.de
Mit dem Krachmanifest bringen Katja und Rayk hier ihre Debüt Ausgabe unter den Scharren von Grind/Death Fetischisten. Dabei sind die beiden bereits durch andere Zines (Hammerheart oder xy) mehr als nur Neulinge im dünnbesiedeltem Blätterwald! Sie scheinen mit ihrem eigenem neuem Zine, ihr Steckenpferd treu geblieben zu sein. Hier wird Interview technisch ordentlicher Krach mit u.a. Cryptic Blood, Fiend, Violent Frustration, Plastic Surgery Disaster, Sun Worship, Keule (RödelRec.) in die Tasten gekloppt. Zudem kommen ein paar Festival / Konzertberichte hinzu, wobei sich nicht nur mit dem Saufen beschäftigt wird, sondern auch die jeweiligen Bands gekonnt beschrieben werden. Alleine dabei liest man, das Katja und Rayk sich bereits sehr lange in der Szene bewegen und nicht oberflächlich daherkommen. Neben den Live Geschichten kommen dann die klassischen Rezensionen, wobei auch hier die d.i.y. Fahne hochgehalten wird und bei manchen Dingen über den klassischen Grind/Krachtellerannt hinweg geschaut wird. Inhaltlich habe ich neue Kapellen entdecken können, bei anderen neue Verbindungen erfahren, welche ich noch nicht wusste und mich insgesamt sehr gut unterhalten. Das liegt u.a. auch daran, das bei den ganzen Bands etc., Doomigen Stuf eher außen vor liegt. Dieses ist ganz mein Geschmack.Wenn es kracht, dann muss es fix gehen, ohne die Bassgitarre 6 bis 7 Minuten schwerlastig an den Kniekehlen hängen zu haben! Mit 88 DINA4 Seiten, gut befragten Interviews und Stuf, sowie klasse Anarcho/Krust/Grind Vor- und Rückcover ein insgesamt fetter Einstieg! Nur über das leicht schnödden Innenseiten-Layout, wo Karja und Rayk gerne im Hintergrund bzw. an den DINA4 Rändern etwas Copy & Past Stuf durchblitzen lassen sollten, gibt es bei mir etwas zu meckern. Einfach den Kram auf die Tageszeitung oder Geschenkpapier kleben, bevor es kopiert wird, sehe das Ganze optisch für mich persönlich reizvoller aus. Daher nur 50 von 51 Punkten!
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PLASTIC BOMB#98
www.plasticbombshop.de
Das Plastic Bomb Nr.98 kommt im schicken Cover mit der Band Totenwald darauf, was mich an das Titelbild/Poster des Film Klassikers „Die Klasse von 1984“ erinnert! Neben dem Interview mit Totenwald gibt es u.a. noch Gespräche mit Gewaltbereit, Schrottgrenze, Urinprobe, ChaosZ, Urinprobe, Scheisse die Bullen, Trümmerratten, Äni(x)väx und Mille von Kreator. Des weiteren gibt es einen schönen Humorvollen Text zum Punk im Pott, in dem sehr viel Wahrheit steckt! Bäppi spricht in seiner Rubrik Fanzines mit Gierfish vom Mind The Cap Zine und stellt KlausN Frick und desen ehm. Endpunk-Fanzine vor. Mit den verschiedensten Arten von Feminismus im Nachtrag der Frage, Punk und Feminismus, beschäftigt sich Basti in der Rubrik Geschichten aus der Gruft. Dabei beleuchtet er ziemlich (zu recht) kritisch diverse Formen des Feminismus und gibt klare Ansätze, inwieweit dieses innerhalb in unserer Szene zu suchen haben. Einige der aufgeführten negativ Beispiele kenne ich selber aus Erfahrung. Ich bin gespannt ob dieses zur einer weiterführenden Diskussion innerhalb der LeserInnen in der Plastic Bomb führt. Neben dem A+P Konzertbericht gibt es noch ein Tourbericht von Notgemeinschaft Peter Pan, Artikel über Razzia und und und… Insgesamt ist die Themen sowie Bandauswahl sehr gut gemischt. Von Wave-, Hardcore bis zum klassischen Deutschpunk und Trashmetal. Ich finde es sehr schön, das auch alte Szene prägende Kapellen, Protagonisten Platz finden, als nur immer wieder aktuell angesagte Bands!
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WEGWEISER – epos lp
https://www.facebook.com/WegweiserPunkRock
Mit Epos veröffentlicht die aktiv dienstälteste Punkband Ostfrieslands nach Das Kartenhaus (2002) und Freiflug für Spatzenhirne (2006) ihr drittes Album. 14 abwechslungsreiche Songs, welche locker aus den 90er Jahren Deutschpunk stammen könnten. Mal fix abgeholzter Deutschpunk, Ska-Punk, Deutschsprachiger Punkrock oder andermal Fun-Punk angehaucht, ohne dabei ins lächerliche zu gehen. Bei allen Varianten melodisch und mit deutlichem Wiedererkennungswert. Bis auf den Ska-Punk mit 5:07 Minuten, liegt der Durchschnitt bei ungefähr 2:20 Minuten und wird nicht unnötig in die Länge gezogen. Daher wirken diese Songs wesentlich frischer als den Stuf, welchen ich ansonsten von den vorherigen Alben kenne! Die Texte sind größtenteils sozial/Gesellschaft/selbstkritisch und fernab von typischen Underdog Attitüde oder Bullen sind scheiße Inhalten. Mit Angus Young Man hat Wegweiser sogar einmal ein AC/DC angehauchten Song. Ich bin insgesamt positiv überrascht! Spielerisch einwandfreier Deutsch(sprachiger)punk in seinen oben beschriebenen Facetten. Zur clear Vinyl Platte kommt ein dickes Aufklappbares Textblatt sowie ein MP3 Code! De Pladde löpt enmaal mer up min Spöler!
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FATAL UNDERGROUND#47
115 seiten DINA5, fatalunderground_leo@freenet.de, fatalunderground.de
Ordentlich in die Grind/Death/Metall-Gitarrenseiten wird im Fatak Underground Nr.47 gegriffen. Depression, Decembre Noir, Rogash, Battlesword, Chapel Of Disease, Mastic Scum, Homicidial ViolenceSucking Void etc. werden zum Gespräch gebeten. Daneben werden massig Kapellen und Zines von Zart bis Hart in Reviews auf Herz und Niere überprüft. Schön zu lesen das zum Beispiel bei der 4 Way Split von Cerebral Enema/Rektal Fetus/Anus Bridge/Defornicated XXX sich kritisch mit dem Inhalt auseinandergesetzt wird. Dieses ist innerhalb der MetalSzene nicht unbedingt Alltag! Insgesamt einmal wieder ein dickes Zine, wobei ich mich frage, vorher der gute Leo sich die Kraft und die Zeit klaut, um das F.U. regelmäßig herauszubringen. Hut ab. Ich würde es allerdings angenehm finden, noch einiges persönlich erlebte (Anekdoten, Konzertreviews?) von den jeweiligen Mitschreibern lesen zu bekommen. Dieses würde dem ganzen noch ein wenig auflockern. Bereits im Vorwort macht sich Leo so einige Gedanken, welche ich sehr positiv empfinde und man merkt, das das Fatal Underground seinen Namen gerecht wird!
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